Richtlinie

Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie 

Ziele
Die Maßnahme dient der Umsetzung der Ziele des Programms LE 2020 sowie den Schwerpunktsetzungen der jeweiligen LEADER-Regionen, wie in den lokalen Entwicklungsstrategien (im Folgenden LES) der lokalen Aktionsgruppen (im Folgenden LAG) beschrieben.

Strategische Aktionsfelder für die LES sind unter anderem:

1. Steigerung der Wertschöpfung: in Land- und Forstwirtschaft, Tourismus, Wirtschaft, Gewerbe, KMU, EPU, Energieproduktion

2. Festigung oder nachhaltige Weiterentwicklung der natürlichen Ressourcen und des kulturellen Erbes: Natur- und Ökosysteme, Kultur, Handwerk

3. Stärkung der für das Gemeinwohl wichtigen Strukturen und Funktionen: Dienstleistungen, Nahversorgung, Regionales Lernen und Beteiligungskultur


Förderungsgegenstände

Zur Steigerung der Wertschöpfung im ländlichen Raum

1. Entwicklung neuartiger Verfahren bzw. neuartiger Wege der nachhaltigen Nutzung natürlicher Potenziale und Ressourcen auf Basis endogener betrieblicher und überbetrieblicher Produkt-, Dienstleistungs- und Angebotsinnovation

2. Überbetriebliche und betriebliche Inanspruchnahme von Experten-Know-how zur Steigerung der Produktqualität, Verbesserung der Vermarktung oder zur Anwendung innovativer Verfahren und Technologien

3. Einsatz von betrieblichen und überbetrieblichen Kommunikations- und Informationstechnologien und -strategien in traditionellen und neuen Arbeitsfeldern zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung und um Marktzugangschancen für lokale Erzeugnisse, Angebote und Dienstleistungen zu erhöhen.

4. Maßnahmen zur besseren Nutzung des Tourismuspotenzials sowie der besseren Auslastung und Vernetzung der vorhandenen touristischen und kulturellen Kapazitäten unter Beachtung der natürlichen und kulturellen Ressourcen

5. Aufbau, Professionalisierung und Verbesserung der Verbindung zwischen lokaler Erzeugung, Vermarktung und Konsumenten und Erschließen neuer Distributionswege


Festigung oder nachhaltige Weiterentwicklung der natürlichen Ressourcen und des kulturellen Erbes

1. Maßnahmen (Planung, Betreuung, Aufbau und Umsetzung) für regionale Initiativen

2. Entwicklung und Einführung regionaler Anreizmechanismen und Steuerungsstrukturen wie z. B. regionale Innovationswettbewerbe

3. Entwicklung neuer Produkte und Verfahren in Zusammenhang mit der Landschaftspflege

4. Aktivitäten zur Stärkung und Verbesserung der betrieblichen, kommunalen und regionalen Risikowahrnehmung und Risikoakzeptanz für Naturgefahren und –Auswirkungen

5. Verstärkung der Kooperation und Akzeptanz der lokalen Akteure bei der Umsetzung von biodiversitäts- oder klimarelevanter Vorhaben und Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung und praxisbezogenen Forschung in Bezug auf Biodiversität und Klima

6. Initiativen zur Vermarktungs- und Wissensvermittlungskompetenz um die Nachfrage nach Produkten mit Biodiversitätsbezug zu erhöhen

7. Erarbeitung und Umsetzung nachhaltiger, nicht fossil basierter Kreislaufsysteme mit höherem Autarkiegrad

8. Innovative Nutzung der natürlichen vorhandenen Potenziale zur Erzeugung erneuerbarer Energien sowie Maßnahmen zur Reduktion des Verbrauchs natürlich vorhandener Ressourcen

9. Schaffung von auch überregional wirksamen Bildungs-, Netzwerk- und
Informationsmöglichkeiten vor Ort, die sich an den gebietstypischen Potenzialen und Ressourcen orientieren

Stärkung der für das Gemeinwohl wichtigen Strukturen und Funktionen unter Berücksichtigung sozialer Gruppen und Altersschichten:

1. Entwicklung, Auf- und Ausbau neuer Formen des regionalen Leistungsangebots und der Daseinsfürsorge sowie Verbesserung der Infrastruktur, insbesondere in den Bereichen Freizeit, Kultur, Bildung, Soziales inklusive soziale Landwirtschaft, Integration, Mobilität, Gesundheit und Nahversorgung

2. Vorhaben zum Aufbau regionsspezifischen Wissens und Wissenstransfermaßnahmen und Forcierung lebenslangen Lernens insbesondere unter Berücksichtigung von Faktoren der sozialen oder ökonomischen Benachteiligung

3. Betriebliche und überbetriebliche Maßnahmen, besonders für Frauen, zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf

4. Infrastrukturen und Dienstleistungen und Aktivitäten für/von Kinder(n) und Jugendliche(n), die eine verstärkte Bindung zur Region zum Ziel haben und zum Aufbau und zur Kommunikation der regionalen Identität beitragen können

5. Maßnahmen zur gezielten Beteiligung der regionalen Bevölkerung und der regionalen Akteure bei der Planung von regionalen Projekten

Grundsätzlich können alle Projekte, die von einer anerkannten LAG auf Basis ihrer LES ausgewählt wurden, als Vorhaben beantragt werden, auch wenn sie nicht direkt den oben genannten Förderungsgegenständen zugeordnet werden können.

Förderungswerber

Als Förderungswerber kommen in Betracht:
1. Lokale Aktionsgruppen
2. Gemeinden sowie
3. Sonstige Förderungswerber gemäß der Sonderrichtlinie des BMLFUW

Förderungsvoraussetzungen

Das Projekt muss einen positiven Beitrag zur Umsetzung der LES leisten.
Es muss eine positive Beschlussfassung des Projektauswahlgremiums der LAG vorliegen. Das Vorhaben muss innerhalb eines LEADER-Gebiets verwirklicht werden oder der LEADER Region zu Gute kommen.

Art und Ausmaß der Förderung

Zuschuss zu den anrechenbaren Kosten für Investitions-, Personal- und Sachaufwendungen im von den jeweiligen LAG's in den Lokalen Entwicklungsstrategien festgelegten Ausmaßen. Die Fördersätze sind in den LES transparent beschrieben und öffentlich zugänglich gemacht (z. B. Homepage).

Kleinprojekte

Pauschalbeträge für nicht wettbewerbsrelevante Kleinprojekte werden unter folgenden Voraussetzungen gewährt:

- Die beantragten Kosten für das Projekt sind aufgrund einer Kostenkalkulation plausibel darzustellen.

- Der Pauschalbetrag richtet sich nach dieser Kostenkalkulation, das Ausmaß der Förderung wird von der LAG in der LES festgelegt, für alle Förderwerber transparent beschrieben und öffentlich zugänglich gemacht (z. B. Home-Page).

- Die Gesamtkosten des Vorhabens können maximal eine Höhe von 5.700 Euro betragen.

- In den Gesamtkosten des Projektes können Eigenleistungen in bestimmten Fällen enthalten sein.

- Die LEADER-Regionen in Oö. haben sich auf eine Mindestkostenhöhe im Ausmaß von 1.000 Euro je Kleinprojekt festgelegt und in ihren Entwicklungsstrategien festgeschrieben.

- Projektträger sind ausschließlich gemeinnützige Organisationen/Nicht-
Regierungsorganisationen oder Gruppen nicht organisierter Menschen mit einem gemeinnützigen Ansinnen. Im Falle einer nicht organisierten Gruppe muss die Gruppe ein Mitglied benennen, welches im Namen und auf Rechnung dieser Gruppe für alle mit der Förderung zusammenhängenden Aktivitäten verantwortlich zeichnet.

- Die Höhe der Mittel für die Anwendung von Pauschalbeträgen ist mit insgesamt 5 % Anteil am Gesamtbudget der LAG beschränkt.

- Mit dem Zahlungsantrag muss ein Tätigkeitsbericht mit ausreichender Dokumentation, insbesondere mit Daten für Plausibilisierung der Kosten, vorgelegt werden.

- Demselben Förderwerber kann maximal drei Mal innerhalb der Förderperiode ein Pauschalbetrag für Kleinprojekte bewilligt werden.

 

Förderung von Eigenleistungen

Für unbaren Aufwand (Eigenleistung) gelten zusätzlich folgenden Punkte:
Unbare Eigenleistungen werden im LEADER-Programm nur in Form von Arbeitsleistungen und nur bei investiven Vorhaben anerkannt.

Die Anerkennung erfolgt unter folgenden Bedingungen:

1. Eigenleistungen werden nur für jene Personen anerkannt, die ein direktes Verhältnis zum Projekt nachweisen können und nicht in einem Dienstverhältnis mit dem Projektträger (Förderungswerber) stehen.

2. Es können nur unentgeltlich geleistete Arbeitsstunden geltend gemacht werden.

3. Die dem geförderten Vorhaben zuzurechnenden Arbeitsstunden müssen eindeutig durch transparente Zeitaufzeichnungen mit aussagekräftigen Tätigkeitsbeschreibungen, aus denen die Projektrelevanz erkennbar ist, nachgewiesen werden. Es müssen daher genaue Aufzeichnungen in Form von z. B. Arbeitstagebüchern vorliegen, mit detaillierten Angaben über Person, Tätigkeit, Zeit etc. inkl. Unterschrift geführt werden.

4. Die für ein gefördertes Projekt nachweislich aufgewendete unbezahlte freiwillige Arbeitsleistung von natürlichen Personen kann mit einer Kostenpauschale in Höhe von 12 Euro pro Stunde laut Zeitaufzeichnungen anerkannt werden.

5. Die maximale Arbeitsleitung ist in allen Fällen auf 10 h Stunden pro Tag beschränkt.

6. Die Teilnahme an Sitzungen, Besprechungen, Arbeiten im Sinne von kreativen Denkprozessen, Brainstorming etc. werden nicht anerkannt.

7. Die Anerkennung von Arbeitsleistungen ist beschränkt auf ein Ausmaß von maximal 30 % des Gesamtprojektvolumens; darüber hinaus gelten jedoch die Beschränkungen wonach. das Ausmaß der Förderung jenen Betrag nicht übersteigen darf, der sich im Rahmen der Endabrechnung bei Abzug der Eigenleistungen von den anrechenbaren Kosten ergibt.



Förderungsabwicklung

Förderungsanträge sind der LAG vorzulegen. Der Beantragungsmodus (z. B. geblockt, nach erfolgter Bekanntmachung …) ist in den jeweiligen LES festgelegt. Die LAG hat diese Festlegungen auf ihrer Homepage zu veröffentlichen.

 


Projektauswahl in der LAG

Das Projektauswahlgremium der LAG ist allein für eine nicht diskriminierende, transparente und nach objektiven Kriterien erfolgende Auswahl der vorgelegten Projekte verantwortlich. Es hat dabei die Übereinstimmung des Vorhabens mit der LES und den Beitrag zur Zielerreichung zu beurteilen. Die genauen Details zu den Auswahlkriterien und die Entscheidungsprozesse sind in der jeweiligen LES festgelegt.
Die LAG leitet die vollständigen Förderungsanträge für jene Vorhaben, für die eine positive Beschlussfassung des Projektauswahlgremiums vorliegt, an die LVL weiter. Die LAG legt innerhalb der in der LES vorgegebenen Regelungen den Prozentsatz für das jeweilige Vorhaben unter Berücksichtigung des Beihilferechts fest.
Die LAG übermittelt den LVL auch jene Förderanträge, für welche keine positive Beschlussfassung durch das Projektauswahlgremium vorliegt.
Beurteilung des Vorhabens durch die Bewilligende Stelle.
Die Bewilligende Stelle hat die Vollständigkeit des Förderungsantrags sowie das Vorliegen aller Förderungsvoraussetzungen zu prüfen und über den Förderungsantrag zu entscheiden.
Die Bewilligende Stelle hat dabei auch die korrekte Zusammensetzung des Projektauswahlgremiums zu überprüfen.
Die Bewilligende Stelle hat die Wettbewerbsrelevanz des Vorhabens zu prüfen. Im Falle wettbewerbsrelevanter Vorhaben wird die Förderung als de-minimis-Beihilfe gewährt.

Eine Kostenanerkennung für das jeweilige Projekt ist ab Einlangen des Förderungsantrags bei der Bewilligenden Stelle möglich. Es gilt das Datum des Eingangsstempels.
Bewilligende Stelle in den Bundesländern ist der Landeshauptmann

 

Kontakt

Amt der Oö. Landesregierung
Direktion für Landesplanung wirtschaftliche und ländliche Entwicklung
Abteilung Land- und Forstwirtschaft

Bahnhofplatz 1
4021 Linz

Telefon +43 732 77 20
-115 85
Fax +43 732 77 20
-21 17 98
E-Mail: lfw.post@ooe.gv.at

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